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    Trauerbeauftragter... Bonifazius (Montag, 07 September 2015 14:51)

    Himmlischer Trauerbeauftragter ... Bonifazius, vom Engel, der das Trösten lernte

    Bonifazius war neu an seinem Arbeitsplatz. Schrecklich neu und schrecklich nervös. Schließlich hatte er so etwas noch nie gemacht. Er war hierher versetzt worden. Ob als Beförderung oder Strafversetzung konnte er noch nicht so ganz erkennen. Nervös blickte er auf seine neuen, schneeweißen Visitenkarten:

    Himmlischer Trauerbeauftragter - Engel vierten Grades - stand da in großen Buchstaben drauf. Trost solle er den Trauernden auf Erden spenden, hatte sein neuer Hauptamtsleiter ihm gesagt. Trost. Das sei der Wille des Schöpfers. "Selig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden." Das war eine ganz neue Welt für ihn.

    Er war doch hoch qualifizierter Turboschutzengel. Er hatte eine Zusatzausbildung zur Deckung besonders gefährdeter Personen, das heißt Personen, die lebensgefährliche Leidenschaften pflegen: bungee jumping, Fallschirmspringen, mountain biking, Haifischtauchen, free falling, Boxen.

    Er selbst hatte ein gewisses persönliches Interesse an solchen Sportarten und verpasste kaum eine Gelegenheit, seine Schützlinge beim Spiel zu beobachten und flutschte gerne mal hinterher, auch wenn es gar nicht nötig war. "Um in Form zu bleiben", sagte er immer.

    Und nun war er Trauerbeauftragter. Was hatten sich seine Vorgesetzten nur dabei gedacht? Er stöhnte und seufzte. Es führte kein Weg daran vorbei. Engel können sich ihre Aufgaben eben auch nicht auswählen. Notgedrungen besuchte unser Engel seine erste Trauerfeier auf Erden.

    "Au, ist das miserabel", dachte unser Engel, "miserabel", als er die Gesichter der Weinenden um sich sah. Aber weil unser Engel doch ein großes Herz hatte und das Weinen der Leute nicht aushalten konnte, klopfte er jedem väterlich auf die Schulter und sagte den einzigen Satz, der ihm einfiel: "Das wird schon wieder", sagte er immer wieder. "Das wird schon wieder."

    Aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass dies nicht als sonderlich hilfreich oder tröstend empfunden wurde. Also zog sich unser Engel wieder in den Himmel zurück und überlegte, wie er dieser Situation beim nächsten Mal besser begegnen könnte. Und so machte er eine Liste mit Sätzen, die er den Trauernden sagen konnte. "Das wird schon wieder" hat offensichtlich nicht so gut funktioniert. Vielleicht sollte er sich mehr auf ihre Gefühle konzentrieren. Die Menschen haben es ja immer so mit Gefühlen. Denen müssen Schranken gesetzt werden.

    "Man darf den Kopf doch nicht hängen lassen." Schöne bildhafte Sprache. Das würden sie verstehen. "Lassen Sie sich doch nicht so gehen." Das wäre ein guter Rat, dachte er, nickte und schrieb auch diesen Satz auf seine Liste.

    "Ist doch alles nicht so schlimm" könnte ihnen ein neues Verständnis der Wirklichkeit geben. Er könnte sie auch auf andere, noch tragischere Schicksale hinweisen. Das würde ihnen bestimmt helfen, ihren Verlust in Relation zu sehen. "Es hätte schlimmer kommen können" wäre auch gut. "Keiner weiß, was ihm alles erspart blieb durch einen frühen Tod."

    Und wenn das nicht half: "Sie sollten wirklich eine Therapie machen" - ja, die Menschen würden seinen Rat sehr schätzen. Therapie ist schließlich eine gute Sache. Mutig wagte er sich auf die nächste Trauerfeier auf Erden, ging schnurstracks auf die Angehörigen zu und verteilte großzügig seine (weniger hilfreichen aber durchaus gut gemeinten) Ratschläge.

    Viel Glück hatte er nicht. Einer der Angehörigen, den er von seinem früheren Aufgabenbereich erkannte, weil er ein bekannter Boxer war, hielt seine Meinung über die von Bonifazius gegebenen Ratschläge nicht hinterm Berg, holte einmal aus und verpasste dem Engel seinen allerersten Kinnhaken.

    "Dich hab ich mal beschützt", murmelte Bonifazius, als er taumelnd wieder gen Himmel flog. Dass die Arbeit mit Trauernden so gefährlich werden würde, hätte er sich nie vorstellen können. Und Gefahrenzulage gab es für diese Beschäftigung auch keine.

    Etwas zerknirscht saß er an seinem Arbeitsplatz. "Vielleicht fehlt es dir einfach an persönlicher Trauererfahrung. Du musst deine eigenen Verluste erst einmal aufarbeiten" schlug ein anderer Engel vor. Also entschied er sich, über sein Leben und seine Verlusterfahrungen nachzusinnen.

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    Die alte Dame (Montag, 07 September 2015 14:48)

    Abschiedsbrief:

    Was eine alte Dame ihrem Mann noch sagen wollte

    Kurz vor ihrem Tod schrieb die 83-jährige Billie Breland einen Abschiedsbrief an ihren Mann.
    Fünf Sätze, die seine Trauer lindern sollten.

    Es ist nur eine kleine, private Geschichte. Aber die kann ja manchmal schöner sein als ein großer Liebesfilm. Billie Breland ist Amerikanerin, 83 Jahre alt und hat nur noch wenig Zeit. Sie weiß, dass sie ihren Ehemann zurücklassen wird, mit dem sie über 60 Jahre verheiratet war.

    Damit sie ihn in seiner Trauer auffangen kann, schreibt sie kurz vor ihrem Tod ein paar Zeilen und versteckt die Nachricht in seinem Scheckheft. Am 15. Januar, Billie ist nun zwei Tage tot, findet Jimmy die Nachricht. Sie hat ihm noch fünf wichtige Dinge zu sagen:

    Weine nicht, weil ich gestorben bin.

    Lächle, weil ich gelebt habe.

    Denk daran, dass ich jetzt an einem glücklichen Ort bin.

    Vergiss nicht, dass wir uns wiedersehen.

    Ich sehe dich dann dort.

    Wahrscheinlich wünscht sich jeder von uns, am Ende seines Lebens noch so intensiv von einem Menschen geliebt zu werden. Billie und James haben es geschafft. In die Welt getragen hat diese kleine Geschichte der Enkel von Billie, Cliff Sims. Der Journalist postete ein Foto des Briefs auf seinem Facebook-Profil.