Kunst und Handwerkermarkt in Kirn 2015




Zeitungsausschnitt

Nachrichten Kirn 12.10.2015

Tausende bevölkern beim Kunsthandwerker- und Bauernmarkt mit Gewerbeschau die Kirner Innenstadt


Von Klaus Pfrengle

KIRN - Bekannte treffen, bummeln, schlemmen, sich einfach amüsieren: Tausende Besucher kamen gestern zum traditionellen Kunsthandwerker- und Bauernmarkt in Verbindung mit der Gewerbeschau und dem verkaufsoffenen Sonntag in die Kirner Innenstadt. Und wie immer, wenn das „Kaufhaus Kirn“ zu seinem herbstlichen Höhepunkt schlechthin einlädt, herrschte goldenes Oktoberwetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Kein Wunder also, dass bei diesen Rahmenbedingungen Organisatoren und Einzelhändler mit der Sonne um die Wette strahlten.

So manches Schnäppchen

·         ALLES SUPER

Für Marktmeister Timo Munstein hätte der Tag nicht besser laufen können. „Alles ist super gut“, schwärmte einer, der aufgrund der Menschenmassen viel länger für seine obligatorische Runde von Stand zu Stand benötigte.

Die zahlreichen Aussteller drinnen wie draußen boten alles, was das Herz begehrt. Klein und Groß schoben sich vor allem ab dem frühen Nachmittag regelrecht durch die Stadt. Immer auf der Suche nach Informationen, kulinarischen Genüssen, Unterhaltung oder dem einen oder anderen Schnäppchen. Und davon gab es wie gewohnt zur Genüge. Dabei fokussierte sich das Angebot für die ganze Familie nicht nur auf den Marktplatz. Überall in den angrenzenden Straßen herrschte ausgelassener Markttrubel, wenngleich die Lücken in den Standreihen doch unübersehbar waren. Rund 80 Beschicker, darunter etliche Hobbyhandwerker und Künstler, hatten im innerstädtischen Zirkel ihre Stände platziert, um ihre Ware, je nach Temperament, mal lautstark, mal zurückhaltend feil zu bieten.

Das Besucherverhalten war wie immer. Die überwiegende Mehrheit ließ sich, offensichtlich ohne gezieltes Kaufverhalten vor Augen, einfach nur so treiben, schlenderte herum, hielt hier und da ein Schwätzchen und vertrieb sich dadurch entspannt und gelassen die Zeit. Andere hingegen informierten sich gezielt über saisonale herbstlich bunte Dekorationen und alte, fast schon vergessene Handwerke, über Sortimente von Obst- und Lebensmitteln vom Erzeuger bis hin zu Nützlichem für Küche und Garten oder inspizierten in Bekleidungsgeschäften die aktuellen Herbstmode- und Wintertrends.

Die Rollenverteilung war klar geregelt. Während „Frau“ es sich nicht nehmen ließ, die Auslagen ausgiebig zu durchforsten, verweilte „Mann“ derweil geduldig im Hintergrund. Schon zur Halbzeit meldeten alle Modeanbieter, egal ob im Laden oder vor der Tür auf der Straße, gute bis sehr gute Umsätze. Aber auch alle anderen hatten kaum Grund zur Klage. Die Daumen von Privatanbietern, Hobbyanbietern, Vertretern von Vereinen oder Institutionen und fahrenden Händlern gingen auf Nachfrage der AZ, angesprochen auf die Kauflaune, meist nach oben.

Das Erste, was beim Rundgang durch die Stadt auffiel, war die enorme Bandbreite eines Marktes, der mittlerweile auch viele Auswärtige, etwa aus dem Hunsrück oder der Region Idar-Oberstein, in die Lederstadt lockt. Auch für sie gab es viel zu sehen und zu entdecken. Vor allem Handwerker zogen neugierige, zum Teil sogar bewundernde Blicke auf sich. Winzige Steinchen und Staubkörner flogen durch die Luft, als Steinkünstlerin Svenja Schmitt mit Hammer und Meißel einen Sandstein filigran bearbeitete. Unbeeindruckt von der staunenden Menge ließ sie das Spezialwerkzeug mit viel Gefühl und Geschick regelrecht über die Oberfläche des Schildkrötenpanzers tanzen.

Herzstück der Veranstaltung war neben dem Marktplatz der obere Bereich des Steinweges, wo das gerade erst neu eröffnete Geschäft vom Modeteam Frötschl und das ebenfalls neu eingerichtete Café Friedrich ihre erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Gleich um die Ecke hatte die Gewerbeinitiative Kirn-Land wieder ihr Zelt aufgeschlagen. Hier präsentierten sich Handwerk, Handel und Dienstleister aus der Region. Etliche Betriebe – vom Heizungsbauer, über Schornsteinfeger und Baumarkt bis zu Auto- und Getränkehändler – präsentierten ihr Leistungsspektrum. Und das konnte sich sehen lassen. Ebenso die Gaumenfreuden, die es an jeder Ecke gab. Selbst längere Wartezeiten wurden gerne in Kauf genommen. Zu groß war der Ansturm. „Schneller geht nicht“, warben die Verkäufer nicht selten um Geduld. Für die Kinder drehten zwei Karussells ihre Runden.