Frühlingserwachen in Kirn 2018




Zeitungsausschnitt

Frühlingserwachen vom Winterwetter „erkältet“

Besucher des verkaufsoffenen Sonntags ließen sich Laune nicht verderben – Ein Drittel der Standbetreiber fehlte

„Frühlingserwachen!“– war das wirklich der Titel des verkaufsoffenen Sonntags gestern in der Kirner Innenstadt. Viele wähnten sich im „falschen Film“ angesichts des Winterwetters, aber die meisten machten gute Miene zum bösen Wetterspiel. Was hätte miese Laune auch ändern können? Rund ein Drittel der 40 angemeldeten Standbetreiber für Markt und Steinweg sparten sich den Weg nach Kirn. Aber für die Unentwegten war eine Absage keine Alternative. „Wenn wir schon sonntags aufstehen, dann schaffen wir auch was“, sagte Straßenbaumeister Jannic Schwenk, der mit seinen Kollegen Dominik Schneider, Jan und Andreas Schuff im Steinweg Natursteinmauerbau demonstrierte. Auch Firmenchef Bruno Schneider machte sich ein Bild vom Schaffen seiner Männer.

Nebenan verschenkte Carmen Bock Vergissmeinicht-Pflänzchen an Kunden. „Nicht anfassen, die kommen wieder“, gab sie Blumenfreunden mit auf den Weg. Die zarten Pflänzchen ließen die Blüten etwas hängen – kein Wunder bei den Minusgraden. Für die Pflanzenexperten, die auch ihre Gartenbaukompetenz von Rollrasen bis zum Gabionenbau demonstrierten, wäre eine Absage ebenso wenig in Frage gekommen wie für die Brüder Jochen und Nico Barth. Die hatten einige Zentner Steine auf den Marktplatz transportiert. Von Grabsteinen bis zu klitzekleinen Handschmeichlern, die Passanten mit „Zahnarztbohrern“ verzieren konnten, reichte ihr Repertoire. Natürlich hätten sie sich – wie viele weitere Anbieter auch – mehr Publikum gewünscht. Immerhin blieb es aber trocken, und nachmittags strömten doch einige Hundert Besucher in die Innenstadt.

Spielstraße
Spielstraße

Die Geschäfte, die geöffnet hatten, waren teils stark frequentiert und lockten mit Rabatten von teils 20 Prozent in die warme Stube. „Wir sind in Kirn super aufgenommen worden“, sagt Filialleiterin Michaela Gumsheimer bei Schuhmaxx. Mit einem 13-köpfigen Verkaufsteam war man für den großen Ansturm gerüstet. Auch beim Kindersachenbasar des Kita-Fördervereins Ohlmannstraße um Susan Rathgeb war die Stimmung gut: 24 Verkaufsstände lockten ins Gesellschaftshaus. Es gab Spielsachen, Kinderkleidung, Umstandskleidung, Kaffee und leckeren Kuchen. Da konnten die Besucher eine Auszeit vom Frost nehmen.

verschnupfter St. Georg
verschnupfter St. Georg

Das war auch im Dröscher-Haus angesagt, wo die 100 gefüllten Klöße beim Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt bald ausverkauft waren. Für die Initiatoren der Spielstraße in der Übergeasse und in der Bürgermeister-Rau-Straße war es schade, dass der Nachwuchs nicht wie geplant an 20 Stationen in der Frühlingssonne aktiv sein konnte. Aber Hans Jürgen Dinig und sein Team nahmen es gelassen: Das „Osternest“ wurde kurzerhand in der Einfahrt zum Rathaushof aufgebaut, Schminken, Basteln und Buttonmaschine zogen in den Sitzungssaal um. Und Kirn-aktiv-Vorstandsmitglied Andreas Gerlach, warm verpackt im Osterhasenkostüm, wurde 750 Ostereiner natürlich auch los. Armin Seibert